Schulentwicklungsplan

Die Gruppe UNABHÄNGIGE und GRÜNE bezog bei den Kommunalwahlen 2009 zu verschiedenen Themenbereichen klar Stellung. Unter anderem wurden zu folgenden Bereichen der Bildung Aussagen gemacht.

1. Kinderbetreuungsplan umsetzen

  • Betreuungsangebote für Kinder unter 3 Jahren ausbauen
  • Bedarf an Betreuungsangeboten für Kindergartenkinder und Schulkinder feststellen und ausreichend Plätze zur Verfügung stellen
    (Anmerkung: bis jetzt noch nicht geschehen!)
  • Finanzmittel bereitstellen
  • Mit ausreichendem Personal ausstatten
  • Kinderbetreuungsplan fortschreiben

2. Grundschulen erhalten

  • Kurzer Schulweg für die Grundschulkinder
  • Keine Schulzentren für Grundschulkinder
  • Grundschulen in den Teilorten erhalten
  • Einrichtung von Bildungshäusern

3. Ganztages-Betreuungsangebote erweitern

  • Einrichtung von Ganztagesangeboten in allen Schularten
  • Räumliche Voraussetzungen schaffen

4. Kurze und sichere Wege garantieren

  • Für sichere Schulwege sorgen
  • Querungshilfen an markanten Stellen einrichten
  • Fahrradwege innerörtlich ausbauen

5. Integration leben

  • Für Kinder mit Behinderung im Wohnumfeld Betreuungsplätze anbieten
  • Information und Unterstützung für betroffene Familien bieten

6. Jugendtreffpunkte unterstützen

  • Offene Jugendarbeit in allen Stadtteilen weiterführen
  • Jugendarbeit
  • Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Aktiven wie Kirchen und Vereinen fördern
  • Kooperationen mit dem Landkreis einrichten

Zur Erleichterung der weiteren Diskussionen sollen vorab zwei Begriffe eindeutig definiert werden:

Bildungshaus à Ein Bildungshaus für Kinder von drei bis zehn Jahren lässt sich im traditionellen deutschen Sprachgebrauch als „Kindergarten und Grundschule unter einem Dach“ beschreiben. D. h. es handelt sich um eine Institution, in die Kinder im Alter von drei Jahren aufgenommen werden, in der sie sieben Jahre lang qualifizierte Bildung erfahren und die sie dann in Richtung einer weiterführenden Schule verlassen. Dies ist die „Verschmelzung von Elementar- und Primarbereich“.

Förderzentrum / mobiler Dienst à Der Begriff Förderzentrum hat in der Fachliteratur noch keine einheitliche Definition. Eine Förderschule kann ein Förderzentrum sein ohne diesen Namen zu tragen. Förderzentren sind häufig aus Sonderschulen entstanden, indem der Aufgabenbereich der Schulen „nach außen“ erweitert wurde. Die Sonderschullehrer des Förderzentrums sind nicht mehr nur für den Unterricht an der Förderschule und die Betreuung der Schüler mit Behinderung dort zuständig, sondern zusätzlich für die Betreuung der Schüler mit Behinderung in allgemeinen Schulen. Diese Form der Betreuung wird durch den mobilen Dienst gewährleistet. Sonderschullehrer suchen die Schüler mit Behinderung ihrer Schule auf, beraten die Lehrer dort und unterstützen die Schüler. Mobiler Dienst wird von vielen Förderzentren aber auch von Förderschulen verschiedenster Fachrichtungen angeboten.

Vor diesem Hintergrund sollen Aussagen zum vorgestellten Schulentwicklungsplan diskutiert werden.

Wenn es stimmt, dass unsere Kinder unser Kapital für die Zukunft sind, dann müssen wir dieses Kapital hegen und pflegen und entsprechende Vorsorge treffen. Das für die positive Entwicklung unserer Kinder Notwendige ist zunächst ohne die Frage von Ressourcen oder möglicher Synergieeffekte zu diskutieren und festzuhalten.

Der von der Verwaltung vorgestellte Kinderbetreuungsplan wird von uns in allen Teilen grundsätzlich unterstützt. Allerdings wird es uns nur mit großer Anstrengung gelingen, die finanziellen Mittel dazu bereitzustellen.

Der vorgestellte Schulentwicklungsplan ist in folgende Richtung weiterzuentwickeln:

1. Werkrealschule an der Bühlschule

Einrichtung einer Werkrealschule an der Bühlschule. Antrag wurde bereits gestellt und vom Regierungspräsidium genehmigt.

Die Bühlschule bietet für die Schülerinnen und Schüler der Grundschule und Werkrealschule bereits ein Ganztagesangebot.

2. Grundschule in Hohenmemmingen

Um den Bestand der GS Hohenmemmingen zu festigen, ist der Schulbezirk Memminger Wanne / Hohenmemmingen bedarfsgerecht anzupassen.

3. Grundschule in Hürben

Erhalt der GS Hürben und Ausbau zum Bildungshaus.

Zusammenlegung mit GS Burgberg wird nicht befürwortet.

Eine Grundschule im Dorf ist Basis kulturellen Lebens.

4. Grundschule in Burgberg

Erhalt der GS Burgberg und Ausbau zum Bildungshaus.

Zusammenlegung mit GS Hürben wird nicht befürwortet.

Eine Grundschule im Dorf ist Basis kulturellen Lebens.

5. Lina-Hähnle-Schule

Die Hauptschüler der Lina-Hähnle-Schule gehen ab Schuljahr 2010 / 2011 in die Werkrealschule Bühlschule.

An der Lina-Hähnle-Schule soll eine Ganztages- oder Nachmittagsbetreuung im Grundschulbereich angeboten werden.

Der Schulbezirk ist aufzulösen.

Eltern haben die Möglichkeit, ihr Kind entweder zur Ganztagesbetreuung / Nachmittagsbetreuung in die Lina-Hähnle-Schule zu geben oder in die Grundschule Bergschule.

Steuerungsmöglichkeiten bleiben beim Staatlichen Schulamt Göppingen.

6. Grundschule Bergschule

Auflösung des Schulbezirkes Bergschule.

Eltern haben das Wahlrecht zwischen Ganztagesangebot Grundschule Lina-Hähnle-Schule oder Grundschule Bergschule.

Steuerungsmöglichkeiten bleiben beim Staatlichen Schulamt Göppingen.

7. Jakob-Herbrand-Schule

Die JHS wird Förderzentrum / Kompetenzzentrum / mobiler Dienst.

Die JHS zieht in Räume der Lina-Hähnle-Schule um.

Der Hort kann dort untergebracht werden.

Eine Kooperation mit der Grundschule ist möglich.

8. Robert-Bosch-Realschule

Wie im SEP beschrieben.

9. Margarete-Steiff-Gymnasium

Wie im SEP beschrieben.

10. Kurze und sichere Schulwege

Die Agendagruppe „FahrRad“ hat Gefahrenpunkte auf den Schulwegen bereits aufgezeigt. Hier sind die Verbesserungsvorschläge der Agendagruppe zu prüfen und umzusetzen.

11. Integration / Inklusion

Behinderte Kinder können gemeinsam mit GS-Kindern unterrichtet werden.

12. Jugendtreff in der Südstadt

Die Einrichtung eines Jugendtreffs in der Südstadt wurde vom Gemeinderat im letzten Jahr beschlossen, der Beschluss wurde umgesetzt. Die Kinder und Jugendlichen der Südstadt können in zwei Wohncontainern pädagogische Angebote von Mitarbeitern des Hauses der Jugend der Stadt Giengen nutzen.

13. Zusammenfassung

Durch die Verlagerung der JHS in die LHS werden im Bergschulgebäude genügend Flächen frei, um im Bereich Kleinkindbetreuung entsprechende Angebote aufbauen zu können.

Auch für die Unterbringung der Bücherei ist dann genügend Fläche vorhanden.

Die Schulen können ihr pädagogisches Profil schärfen.

„Eine qualitativ hochwertige und vielfältige Bildungslandschaft wird darüber hinaus als bedeutender Standortfaktor im Wettbewerb um junge Familien und der Ansiedlung von Unternehmen in den Fokus urbaner Entwicklungen rücken.“ (Zitat aus dem Vorwort des Schulentwicklungsplans).

Wir sind der Meinung, dass unser Vorschlag zur Weiterentwicklung des Schulentwicklungsplans und hier insbesondere der Erhalt beider Kernstadt-Grundschulen ganz entscheidend zur Attraktivität Giengens beiträgt. Dezentrale Standorte, verbunden mit eindeutig herausgearbeiteten und kommunizierten Schulprofilen wirken einer möglichen verstärkten Abwanderung an private Schulen entgegen und sind ein Standortvorteil im Vergleich zu benachbarten Kommunen.

Einsparungen sind notwendig. Aber wenn Einsparungen, dann sollen die Sparmaßnahmen nicht als erstes im Bildungsbereich ansetzen.

Die Bildung und Entwicklung unserer Kinder ist das Kapital für unsere Zukunft!

14. Link zum Schulentwicklungsplan

Schulentwicklungsplan der Stadt Giengen

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